Smart Home: Ein Anfang…

Als es beim Bau unseres Hauses darum ging, die Weichen für eine Smart Home Installation zu stellen, haben uns die Kosten für die verschiedenen teilweise mit Bus verkabelten Systeme abgeschreckt. Und selbst das vermeintlich günstige Busch Jäger System „Busch free@home“ wollte nicht recht schmecken, da spätestens hier klar wurde, dass die Systeme der großen Anbieter alles andere als free machen würden. Ich wollte meinen intimsten Raum nicht einem System anvertrauen, dass kaum Schnittstellen zu Fremdsystemen und die mittlerweile ja fast obligatorische „Cloud“ fest eingebaut hat.

Wir haben uns daher im ersten Schritt für die klassische Variante entschieden und maximal Rolladenaktoren mit Timern verbaut. Die verrichten nun brav ihren Dienst und fahren die Jalousien morgens zum Sonnenaufgang hoch und abends zum Sonnenuntergang herunter. Doch schon der erste Sturm im letzten Jahr hat die Tücken dieser rudimentären Lösung aufgezeigt: Wir waren nicht zu Hause und die Aktoren fuhren die Rollos unbeeindruckt durch jegliche Sturmwarnung abends herunter. Es war also schnell klar, dass das sicher nicht das Ende meines Interesses am Thema Smart Home sein sollte.

Und da stehe ich nun: Im Keller liegen einige HomeMatic Aktoren und Sensoren, neben meinem Rechner blinkt ein Raspberry Pi 3 und ich bin startklar für ein neues Abenteuer. In einer losen Reihe von Posts zum Thema lasse ich die Welt an meinen Erfahrungen teilhaben und hoffe, dem ein oder anderen damit ein paar Minuten (Such-)Arbeit zu ersparen.

Anforderungen

Ich glaube kaum, dass ich soweit gehen werde und zum Beispiel das Haus automatisch auf unsere Anwesenheit reagieren lassen werde. Meine Anforderungen sind viel grundlegender und lassen sich recht einfach auflisten:

Automated Home vs. Smart Home

Im Vordergrund steht, dass bestimmte Anlagen ihre tagtägliche Bedienung selbst durchführen. Das ist erstmal wenig smart. Darüber hinaus möchte ich allerdings in manchen Bereichen, dass das Haus auf äußere Einflüsse reagiert. Was wiederum etwas mehr als nur automatisiert ist. Insgesamt möchte ich diese Eigenschaft aber auf die wesentlichen Dinge beschränken. Nichts ist anstrengender als ständig gegen die Automatismen um einen herum gegen zu arbeiten.

Für den Anfang schweben mir demnach folgende Dinge vor:

Beschattung

  • Alle Raffstores sollen morgens und abends automatisch herunter fahren.
  • Das Raffstore der Terassentür soll jedoch darauf achten, ob ich mich im Garten am Grill befinde oder nicht, sprich, ob die Tür geöffnet ist oder nicht.
  • Tagsüber sollen Wohnetage und Schlafzimmer im Sommer eine maximale Raumtemperatur nicht überschreiten und durch das automatische Beschatten vor weiterer Sonneneinstrahlung geschützt werden.
  • Im Falle einer Sturmwarnung sollen die großen Raffstores nach oben gezogen werden.

Heizung

  • Wenn bestimmte Fenster geöffnet werden, sollen einige Heizkörper runtergedreht werden.

Sicherheit

  • Leicht zugängliche Fenster sollen unerlaubte Öffnungen (z. B. im Urlaub) registrieren und die örtliche Situation verändern (Licht, Raffstores hoch, Lärm) als auch mich benachrichtigen.
  • Ein zentraler Schalter im Flur soll alles, was auszuschalten ist, ausschalten oder herunterfahren.

Aufbau und technische Plattform

Da ich gern ein wenig bastele und ich mich wie oben angedeutet nicht dogmatisch, aber doch ungern in die Hände von Cloudlösungen einzelner Anbieter begebe, habe ich mich für das Aufsetzen einer Lösung mit Open Source Werkzeugen entschieden.

Ich starte mit einem Raspberry Pi, auf dem OpenHAB mittels OpenHABian Linux Image installiert wird. Für Sensoren/Aktoren setze ich via homegear auf Homematic und Geräte wie z. B. Philips Hue oder einen AVM Fritz! DECT Repeater, der nebenbei die Raumtemperatur misst. Nice to have wäre es, wenn ich am Ende noch HomeKit bzw. Siri oder die zentrale Logitech Harmony Fernbedienung dazu bringe, mein Setup zu bedienen.

Mindestens die folgenden Schritte werde ich nun angehen und hier im Blog nach und nach mit Artikeln stützen:

  1. Hardwareinstallation Raspberry Pi 3 mit Funkmodul
  2. Installation OpenHABian und Grundinstallation homegear/HomeMatic
  3. Backup-Strategie Raspberry Pi Image
  4. Aufsetzen Testszenario: 1x Rolladenaktor, 1x Türkontakt, 1x Temperaturfühler
  5. Einbindung von (externen) Wetterdaten
  6. Implementierung weiterer Aktoren und Sensoren
  7. Gegebenenfalls Reichweitenoptimierung
  8. Etablierung eines Frontends (Browser/App)
  9. Etablierung einer FailSafe-/Messaging-Strategie

So denn: Let’s get this started.

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